Willkommen! Diese Seite ist für Bierliebhaber gedacht, die gern einmal
über den eigenen Tellerrand blicken und sich zusätzlich für die Geheimnisse des
Nordens interessieren.
Viele biertrinkende Besucher Skandinaviens sind regelmäßig schockiert.
Zum einen entfalten die exorbitanten Preise ihre Wirkung und zum anderen
erschüttert häufig die Qualität der verbreiteten Biersorten, das sonst durchaus
vorhandene Vertrauen für Skandinavien. Kein Wunder, dass viele ihre
Urlaubsration gleich mitbringen.
Tatsächlich stehen skandinavische Biere im Allgemeinen zu recht im Rufe,
nicht besonders gut zu sein. In Schweden, Skandinaviens größtem Biermarkt,
teilen sich traditionell fünf große Konzerne (Carlsberg Sverige, Spendrups,
Åbro, Kopparbergs Bryggeri, Krönleins) den Markt unter sich auf, der an sich
schon durch ein staatliches Verkaufsmonopol reglementiert wird. Mit allen bekannten
Folgen einer monopolartigen, bzw. oligopolartigen Marktsituation: Qualitätsminderung, hohe Preise, gegenseitiges
Gemauschel und so weiter.
Monopole so weit das Auge
schaut
Von den 50 meist verkauftesten Biermarken Schwedens werden nur neun nicht von den genannten Konzernen
produziert, wobei von diesen neun wiederum sechs von ausländischen Konkurrenten importiert werden. Bei 95 %
Prozent des verkauften Biers, handelt es sich um die Biersorte Lager, in
Deutschland meist als Pilsner bezeichnet.
Ähnliches gilt auch für Finnland und Norwegen. In Finnland decken
Sinebrychoff (Carlsberg), Hartwall (Heineken) und Olvi den Großteil des Marktes
ab. In Norwegen heißen die Protagonisten Carlsberg und Hansa-Borg, wobei der
Umsatz der letztgenannten Firma, um einiges geringer als der von Carlsberg ist.
Diese Marktsituation ist natürlich kein Alleinstellungsmerkmal für
Skandinavien. Ähnliche Tendenzen sind auch in Deutschland zu beobachten, mit
dem Unterschied, dass dieser Zustand in Skandinavien schon einige Jahrzehnte anhält
und dass es nun schon seit einiger Zeit einigen Grund zur Hoffnung gibt.
Trend zur Mikrobrauerei
Seit Schwedens Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 1995 wurden die
gröbsten Auswüchse der alten, monopolschützenden Alkoholpolitik aufgeweicht.
Mittlerweile ist zum Beispiel der Privatimport von Bier in bestimmten Bahnen
erlaubt und was noch viel wichtiger ist, der Betrieb von Brauereien auch im
kleinen Rahmen gestattet.
Das hatte einen beeindruckenden Boom zur Folge. Überall floppen kleine
Brauereien aus dem Boden, wie Pilze im
Herbstregen. Manchmal nicht mehr, als in der Form einer kleinen Scheune in der
schwedischen Provinz. Das Überraschendste an dieser Entwicklung ist jedoch die
Qualität, mit der diese Brauereien mitunter aufwarten können.
Mit dem Auftauchen der Kleinen sind nun auch die fünf Platzhirsche zu
mehr Kreativität gezwungen. Regelmäßig entwickeln sie neue Biere, die nicht immer
von dem langweiligen und für viele Zungen beleidigenden skandinavischen
Standartgeschmack geprägt sind. Konkurrenz belebt augenscheinlich das Geschäft.
Unser Anspruch
Auch in Norwegen, in Finnland oder im traditionellen Bierland Dänemark
sind dieselben Tendenzen bemerkbar. Kreative setzen sich zusammen und machen
gutes Bier in kleinen Verhältnissen. Dabei
lässt man sich von Biersorten aus aller Welt inspirieren.
Von den meisten dieser Kleinode hört man selten im lokalen Maßstab, im
Ausland fast nie. Der durchschnittliche Skandinavienbesucher wird deshalb kaum jemals
in Berührung mit diesen Bieren kommen. Es sein denn, er weiß genau was er
möchte.
Und genau aus diesem Grund wollen wir mit dieser Seite einen Platz für
Leute schaffen, die sich mindestens mit einem Auge für die skandinavische
Braukunst interessieren und die stets für gut gebraute Anregungen offen sind.
Skål und Kippis!

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