Mittwoch, 30. Januar 2013

Man in the Moon- Bierausschankstellen Teil 2





Wir haben Glück. Es ist Januar und das bedeutet in der Bierausschankstelle Man in the Moon in Stockholm, es ist India-Pale-Ale-Monat. Sagenhafte und reale fünfundzwanzig verschiedene India Pale Ale (IPA) vom Fass warten darauf, von uns getrunken zu werden.

Die riesige Auswahl überfordert uns zuerst. Die hopfenreichen Biere kommen aus Schweden, Norwegen, Dänemark, USA und Großbritannien.  Es gibt bittere, weniger bittere, viel bittere, dunklere und ganz helle Variationen und so weiter. Dazu stehen noch weitere Fassbier, wie zum Beispiel das hauseigene Mond-Pale Ale von Eskilstunas Ölkultur und ein paar Pilsner auf der Karte.

Wir lächeln etwas gequält, aber der Mann hinter der Bar nimmt sich für uns Zeit und berät uns. Keine drei Minuten später stehen die Biere auf dem Tisch und ich beginne mich vorsichtig an mein IPA heranzupirschen, um es dann zu verköstigen, während meine bezaubernde Begleiterin, als bekennender IPA-Fan erst still genießt und kurz darauf ins Schwärmen gerät.

Das geräumige Man in the Moon ist im typischen englischen Stil gehalten. Man bezeichnet sich dann auch als Gastro-Pub. Die Einrichtung sieht gepflegt aus und es ist sehr sauber, beinahe geleckt. Das Publikum ist dazu passend angezogen. Man trägt hier auf. Von der örtlichen Arbeiterklasse fehlt jede Spur. 





Die Betreiber legen viel Wert auf eine gehobene Küche, was sich dann leider auch auf den Preis nieder schlägt. Die Preise für die Hauptgerichte beginnen bei 200,- schwedischen Kronen (SEK) und sind auch für schwedische Verhältnisse teuer. Als preiswertere Alternative wird aber zusätzlich ein Pub-Menü (Pommes, Hamburger u. a.) angeboten.

Wir sind nur wegen dem Bier hier und blättern weiter in der Getränkekarte. Auf vielen, vielen Seiten sind alle gekühlten Flaschenbiere aufgelistet. Ein Paradies auf Erden für jeden Freund der Braukunst. Die aufgeführten Biere gehören zum allergrößten Teil zur Qualitäts- bzw. Craftwelt. Die Preise sind dementsprechend gepfeffert.

Sie beginnen bei etwa 10,- Euro für eine Flasche normalen Bieres von den lokalen Mikrobrauereien und erstrecken sich bis zu den unglaublichen 595,- SEK  (etwa 71,- EUR), die für eine Flasche des augenblicklich beliebtesten Bieres der Welt, das belgische Westvleteren 12 (XII) in der Ausgabe von 2002, verlangt werden.
Eine Flasche Stormaktsporter der Närke Kulturbryggeri  in der Ausgabe von 2008, ohne Zweifel DAS schwedische Flaggschiff in der Welt der handwerklich gebrauten Biere, kostet immerhin noch 495,- SEK (fast 59,- EUR).
Wir belassen es beim Blättern in der Karte und halten uns an die Fassbiere. Diese beginnen bei  50,- SEK, was etwas gesünder für den Geldbeutel ist. 






Die Betreiber des im Jahr 1996 eröffneten Pubs, veranstalten auch allerhand Verkostungen. Zuerst natürlich von Bier, aber auch von Whisky, Schokolade, Wein und Schnaps. Zusätzlich bietet man die erwähnten Themenmonate an, wie zum Beispiel ein Oktoberfest, zu dem dann deutsches Essen und deutsche Biere im Mittelpunkt stehen.

Wir bestellen noch zwei dänische India Pale Ale und verlangen die Rechnung. Für heute soll es erst einmal genug sein. Die Bedienung ist mit allen drei Dingen schnell zurück. Beim Bezahlen versichert sie, auf unsere Nachfrage hin, dass die am Monatsende eventuell noch vorhandenen India Pale Ales natürlich nicht weggeworfen werden.

Fazit: Wer bereit ist, in einer gediegenen Atmosphäre, für sehr gutes Bier, auch sehr gutes Geld auszugeben, ist hier bestens aufgehoben. Bodenständigere Alternativen in Stockholm sind das Akkurat oder das Sorbon.

Der Pub Man in the Moon liegt in der Tegnergatan 2C  in der Nähe der U-Bahnstation Rådmansgatan.




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