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| Norwegisches Bier mit schottischem Anstrich: Das Ægir Lindisfarne! |
Ægir Lindisfarne Scotch Ale, 7 %, Norwegen, Ægir Bryggeri
Beschreibung:
Wenn einige Nachfahren der Wikinger Bier brauen und das Ergebnis dann Lindisfarne nennen, macht mich das ein wenig unsicher. Geht das? Darf man das? Ist das politisch korrekt? Schließlich gilt Lindisfarne als das erste Opfer der doch deutlich gewalttätigen Wikingerzüge.
Nachdem im Jahr 793 die Wikinger auf der Insel Lindisfarne in Schottland wüteten bzw. das dortige Kloster kräftig auseinandernahmen, folgten viele weitere Jahre mit Mord, Raub und Brandschatzungen, in denen ganz Europa zu leiden hatte.
Bei vielen Historikern gilt die Plünderung von Lindisfarne nicht ohne Grund als der Beginn der Wikingerzeit.
Aber gut, nehmen wir den Namen des Bieres als einen Nachweis für norwegischen Humor.
Auch wenn Evan Lewis, der Hausherr bei der Ægir-Brauerei, aus den USA stammt und ihm die Feinheiten der wikingischen Wirkungsweisen vielleicht nicht ganz so vertraut sind, müssen zumindest seine norwegische Ehefrau und/oder seine Mitarbeiter mit den alten Geschichten vertraut sein und genau wissen, wo Thors Hammer hing bzw. wo die Eisenäxte einst geschwungen wurden.
Dieses bernsteinfarbenes und undurchsichtige Ale präsentiert sich jedenfalls in beeindruckender Fülligkeit.
Neben einer Karamellsüße, gewisser Fruchtigkeit und dem Hopfen zeigt sich vor allem ein heftiger rauchiger Ton, der vom Torfrauch herstammt, der in diesem Fall zur Malzherstellung benutzt wurde, wie er sonst auch bei der Whiskyherstellung zur Anwendung kommt.
Damit schließt sich wieder der Kreis zu Schottland (Wegen dem getorftem Malz) und zu den Wikingern (wegen der Brandschatzungen).
Das Lindisfarne Scotch Ale ist also ein erstklassiges und charaktervolles Bier, das an ein Rauchbier erinnert, uns den Humor der Norweger etwas näherbringt und daneben auch noch super schmeckt.


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